Angesichts der unsicheren Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Sharing Economy untersucht Joblift den Arbeitsmarkt in diesem Bereich

Hamburg / Berlin, 11. Oktober 2016 – Deutsche Unternehmen der Sharing Economy wie Kleiderkreisel, Wimdu und 9flats gerieten unlängst aufgrund von Massenentlassungen infolge wirtschaftlicher Probleme in die Presse. Auch die Tatsache, dass Sigmar Gabriel das Thema in sein kürzlich vorgestelltes „Aktionsprogramm Digitalisierung“ aufnahm, bekräftigt die Notwendigkeit, die Sharing Economy hierzulande zu beflügeln. Der aktuell noch stark reglementierte deutsche Markt macht es dieser schwer, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. In diesem Zusammenhang betrachtete die Metajobsuchmaschine Joblift die Entwicklung des Arbeitsmarkts in der Sharing Economy. Die Ergebnisse unterstreichen deren Mühe, mit der gesamtwirtschaftlichen Situation Schritt zu halten: Die Stellenausschreibungen in diesem Bereich wachsen sechsmal langsamer als im Durchschnitt aller Branchen, richten sich größtenteils an eine gleichartige, hoch qualifizierte Arbeitnehmerschaft und fokussieren sich auf Berlin. Die international führenden amerikanischen Großkonzerne wie AirBnB und Uber schaffen hierzulande zudem kaum Jobs.

Nur eine von 3.000 offenen Stellen ist in der Sharing Economy zu finden

Aktuell lassen sich 482 der 1.509.967 Stellenausschreibungen auf joblift.de der Sharing Economy zuordnen. Neben diesem geringen Stellenmarkt beobachtet man auch ein recht moderates Wachstum der Jobanzeigen in den letzten 12 Monaten: Diese nahmen um durchschnittlich 0,5 % monatlich zu, wohingegen der Durchschnitt der Ausschreibungen über alle Branchen hinweg im selben Zeitraum um 3 % jeden Monat anstieg. Verdrängungseffekte führen außerdem dazu, dass die Sharing Economy klassische Jobs, etwa in der Automobilproduktion oder im Taxigewerbe, überflüssig macht. So errechnete die Unternehmensberatung Alix Partners, dass durch die zunehmende Nutzung von Carsharing bis zum Jahr 2020 alleine in den USA 1,2 Millionen weniger Autos verkauft werden könnten.

Der Arbeitsmarkt der Sharing Economy ist stark konzentriert: Ein Großteil der Stellen richtet sich an IT-Spezialisten und wird in Berlin ausgeschrieben

Hinzu kommt, dass die Personalnachfrage in der Sharing Economy sehr einseitig ist: Die Mehrheit der Stellen richtet sich an gut ausgebildete IT-Spezialisten (29 % aller Stellen), insbesondere Entwickler (21 % aller Stellen). Es folgen Angestellte in Vertrieb und Kundenbetreuung (14 %) sowie Marketing- und Kommunikationsfachleute (11 %). Betrachtet man die einzelnen Branchen innerhalb der Sharing Economy, so fällt auf, dass der Mobilitätssektor mit Car-, Bike-, Roller- und Parkplatzsharing aktuell 50 % der Stellen im Sharing Sektor veröffentlicht. Ebenso von Bedeutung sind Plattformen zum Teilen von Wohnoder Büroflächen sowie Finanz-/Kreditunternehmen mit je 22 % der Jobausschreibungen. Darüber hinaus lässt sich eine deutliche geographische Konzentration der Stellen feststellen. Die unangefochtene Hauptstadt der Sharing Economy ist Berlin – hier wird diese nicht nur besonders stark in Anspruch genommen, sie schafft dort auch mit Abstand die meisten Jobs: 57 % der Stellen sind in der deutschen Hauptstadt ausgeschrieben, weit abgeschlagen folgen München mit 14 % und Hamburg mit 7 % der Vakanzen.

Deutsche Anbieter schaffen hierzulande mehr Jobs als die amerikanischen Marktführer, haben aber mit Wachstumsproblemen zu kämpfen

Der deutsche Fahranbieterservice Blacklane bietet mit 24 Jobanzeigen das größte Angebot für Jobsuchende in dieser Sparte. Darauf folgt die Wohnvermittlungsplattform Wimdu mit 23 Stellen – die kürzlich jedoch auch durch die Entlassung von 60 Mitarbeitern Aufsehen erregte – und der Berliner Kreditmarktplatz Lendico mit 22 Stellen. Interessant ist also, dass die deutschen Sharing Plattformen hierzulande mehr Stellen anbieten als ihre jeweiligen amerikanischen Konkurrenten Uber (zwölf aktuelle Stellen), AirBnB (drei Stellen) und Lending Club, der allerdings auch noch nicht auf dem deutschen Markt aktiv ist. Das mag daran liegen, dass sich die rein online-basierten Plattformen relativ einfach und ohne großen zusätzlichen Personalaufwand internationalisieren lassen. Die Sharing Economy bildet in Deutschland aktuell also keinen nennenswerten Beschäftigungsmotor, weder vonseiten der internationalen Konzerne noch vonseiten der deutschen Plattformen. Die durch Verdrängungseffekte wegfallenden Jobs können angesichts des geringen Stellenmarkts der Sharing Economy also nicht hinreichend ersetzt werden.

Auf Joblift finden Sie passende Grafiken zur redaktionellen Veröffentlichung unter Nennung von Joblift.de.

Über Joblift

Joblift ist eine Metasuchmaschine für aktuell mehr als 1.000.000 Jobs aus über 100 Partnerjobbörsen. Eine klarer User-Fokus sowie eine ausgereifte Technologie stehen im Zentrum der Produktentwicklung. Gegründet wurde das Unternehmen 2015 von Lukas Erlebach und Malte Widenka. An den beiden Standorten Hamburg und Berlin beschäftigt Joblift zurzeit ein Team von rund 30 Mitarbeitern.

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